Bauchschläferkissen im Test: notwendig oder überflüssig?

Bei der Schlafposition teilt sich die Nation in Seitenschläfer, Rückenschläfer und Bauchschläfer auf. Jeder Schlafhaltung hat dabei seine Vorteile und Nachteile. Allerdings gibt es bei den Bauchschläfern absolut keine Vorteile. Es handelt sich um die ungesündeste Schlafposition.

Frau im Bett schlafend
Ein gesunder Schlaf ist wichtig für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit

Nur 13 % der Bevölkerung schlafen regelmäßig auf dem Bauch. Und das ist gut so: denn die Bauchschläfer tun ihrer Gesundheit nichts Gutes. Trotzdem ist es so, dass man sein Schlafverhalten kaum verändern kann. Denn um einschlafen zu können, braucht man einfach seine gewohnte Position.

Schlaftypen mit Häufigkeit in der Bevölkerung: Rückenschläfer, Seitenschläfer und Bauchschläfer
Abbildung: Schlaftypen mit Häufigkeit in der Bevölkerung und deren Schlafhaltungen im Vergleich: Rückenschläfer, Seitenschläfer und Bauchschläfer

Unterschiedliche Verteilung des Körpergewichts

Die verschiedenen Schlafpositionen sorgen für eine unterschiedliche Verteilung des Körpergewichts und damit einer anderen Belastung der Wirbelsäule. Der individuelle Druck, der auf Wirbelsäule und Muskulatur lastet, unterscheidet sich stark in den verschiedenen Schlafhaltungen.

Bei der Bauchschläfer-Haltung ist besonders viel Druck auf der Halswirbelsäule. Gerade wenn man auf einem Kopfkissen schläft. Denn Kopf und Nacken werden dann stark nach hinten überdehnt und Muskulatur und Halswirbelsäule sind die ganze Nacht unter permanentem Dauerdruck. Morgens wacht man dann oft wie gerädert auf, hat Nacken-und Kopfschmerzen. Außerdem tut oft der Bereich an der Halswirbelsäule schmerzhaft auf sich aufmerksam machen.

Frau hält sich Nacken Schmerzen
Nackenschmerzen am Morgen nach dem Aufstehen heben oft die Ursache in einer nicht passenden Höhe des Kissen. Gerade bei Bauchschläfern ein großes Problem.

Hinweis: die Schlafposition wird in der Nacht mehrmals gewechselt

Übrigens ist es tatsächlich nicht so, dass man die ganze Nacht in einer Schlafhaltung liegt. Die Schlafposition wird durchschnittlich 25 mal jede Nacht verändert. Auch Bauchschläfer schlafen meistens nicht die ganze Zeit nur auf dem Bauch. Trotzdem ist es eben die dominante Schlafposition während des Nachtschlafs.

Auf was sollte man bei einem Bauchschläferkissen achten?

Ein typischer Bauchschläfer mit viel zu hohem Kissen

Im Idealfall nutzt man tatsächlich überhaupt kein Bauchschläferkissen. Denn wenn es möglich ist, dann sollte man einfach ganz ohne Kopfkissen schlafen. Denn jedes noch so dünne Kissen sorgt für eine stärkere Überdehnung der Halswirbelsäule und der Nackenmuskulatur.

Braucht man unbedingt ein Kopfkissen, dann sollte es ein spezielles Bauchschläferkissen sein. Dieses sollte möglichst flach sein, damit der Bereich der Halswirbelsäule möglichst geschont wird. Aus diesem Grund sind übrigens viele Bauchschläferkissen in einer Art Sternform. So soll an den Aussparungen das Atmen leichter gemacht werden und weniger Feuchtigkeit aus dem Atem im Kissen zu Wasser kondensieren.

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Mit 7 cm Kissenhöhe ist das Diamona Luxus Slim ideal für anspruchsvolle Bauchschläfer
Denn natürlich atmet man ins Kissen, wenn man in der Bauchlage schläft. Deshalb muss das Material bei einem Bauchschläferkissen sehr atmungsaktiv sein. Die durch das Reinatmen ins Kissen entstehende Feuchtigkeit muss schnell abtransportiert werden und möglichst zügig verdunsten.

Warum unruhiger Schlaf auch von Vorteil sein kann

Viele verstehen das häufige Wechseln der Schlafposition als Nachteile. Das stimmt aber nicht. Denn tatsächlich ist es so, dass wir für eine gute Erholung während des Nachtschlafs durchaus Bewegung benötigen. Durchschnittlich bewegen wir uns ca. 3mal pro Stunde und wechseln unsere Schlafposition. Das ist wichtig für die optimale Verteilung der Gewebeflüssigkeit in den Bandscheiben. Außerdem wird dadurch die Durchblutung angeregt. Würde man tatsächlich bewegungslos die ganze Nacht verbringen, dann würde man die Bandscheiben stark in Mitleidenschaft ziehen. Zumindest auf Dauer.

Machen Dir also deshalb keine Gedanken, wenn Du Dich öfters während der Nacht in der Position veränderst. Das ist nicht nur schlecht, sondern hat auch seine Vorteile.

Nur ein Bauchschläfer oder wechselst Du vielleicht doch mal zum Seitenschläfer und Rückenschläfer?

Ein typischer Seitenschläfer. Die Mehrheit der Bevölkerung bevorzugt das Schlafen in Seitenlage

Die am häufigsten vertretene Schlafhaltung ist die Position in der Seitenlage. Die Seitenschläfer sind mit ca. 59% am stärksten in der Bevölkerung vertreten. Bei den Rückenschläfern gibt es ca. 18 % in der Bevölkerung.

Die Frage ob man ein Bauchschläfer ist, wird durch die Einschlafposition bestimmt. Tatsächlich ist es so, dass wir beim Einschlafen die von uns bevorzugte Schlafhaltung einnehmen. Während wir schlafen wechseln wir dann häufiger zwischen den verschiedenen Schlafhaltungen. In wissenschaftlichen Studien (zur Studie) hat sich gezeigt, dass die meisten Menschen allerdings vor dem Aufwachen wieder in ihre individuelle Schlafhaltung zurückgehen. Das wäre bei einem Bauchschläfer eben die Haltung in der Bauchlage.

Deshalb sollte man bei einem guten Bauchschläferkissen auch diesen Fakt berücksichtigen. Es sollte nicht nur in Bauchlage optimal stützen, sondern auch wenn wir in der Rückenlage oder in der Seitenlage liegen. Das ist für eine möglichst minimale Belastung der Halswirbelsäule optimal.

Warum man eigentlich kein Bauchschläferkissen verwenden sollte

Auch die flachsten Bauchschläfer sorgen für eine stärkere Überstreckung der Halswirbelsäule in der Bauchlage. Auch die Atmung wird, im Vergleich bei einem Schlaf ohne Kopfkissen, stärker beeinträchtigt.

Optimal wäre also das Schlafen ganz ohne Kopfkissen. Viele Personen fühlen sich dabei aber nicht wohl und können schlecht einschlafen. Vielleicht probierst Du es trotzdem einmal aus. Meistens braucht man nur ein bis zwei Nächte und dann kann man auch ganz ohne Kopfkissen sehr gut einschlafen.

Deshalb ist ein Bauchschläferkissen eigentlich nicht notwendig. Übrigens spart man dabei noch viel Geld, denn die Bauchschläferkissen sind tatsächlich meistens am teuersten. Denn die Nachfrage nach diesen Kissen ist relativ niedrig. Die Nackenstützkissen für Seitenschläfer werden deutlich häufiger gekauft und sind deshalb günstiger bei gleicher Qualität.

Warum das Schlafen auf dem Bauch wirklich ungesund ist

Wirbelsäule Mensch Grafik
Die natürliche S-Form der Wirbelsäule sollte auch im Schlaf erhalten werden, damit es zu keinen Verspannungen und Schmerzen kommt. Ist bei einem Bauchschläfer leider nicht der Fall.

Das Schlafen auf dem Bauch ist tatsächlich nicht besonders vorteilhaft für die Gesundheit. Desto mehr Körpergewicht der Schlafende hat, desto mehr Druck kommt durch das Eigengewicht des Schlafenden auf die inneren Organe. Diese werden zusammen gequetscht und können sich in der Nacht nicht so gut regenerieren. Außerdem liegt die Wirbelsäule nicht in der optimalen geraden Position. Sie wird durchgeknickt und an der Halswirbelsäule überdehnt. Nicht ideal für eine Regeneration in der Nacht.

Schmerzen am Morgen

Deshalb habe viele Bauchschläfer Rückenschmerzen und Nackenschmerzen am Morgen. Da die Nackenmuskulatur ebenfalls überdehnt wird, klagen viele Bauchschläfer auch über schmerzende Muskulatur. Dazu kommen Kopfschmerzen, die man nicht auf die Schlafhaltung zurückführt. Es ist aber Fakt, dass viele häufiger mit Kopfschmerzen am Morgen aufwachen.

Extreme Verdrehung des Kopfes im Schlaf

Da wir natürlich nicht flach auf dem Kissen oder der Matratze atmen können, nimmt man unbewusst seinen Kopf zur Seite. Dadurch wird Kopf-und Halsbereich sehr stark gedreht, damit die Atmung besser funktioniert. Durch diese Drehung der Halswirbel entstehen Blockaden und Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich. Außerdem wird die Atmung durch den Druck des Körpergewichts auf die Lunge behindert.

Typisch für Bauchschläfer ist auch das anwinkeln eines Beines, um bequemer zu liegen. Denn das sorgt für eine Entlastung der Beckenmuskulatur. Allerdings hat es auch einen Nachteil: denn die Wirbelsäule im Bereich der Lendenwirbel wird nochmals stärker verdreht.

Mein Fazit

Einzige Ausweg ist die Änderung der Einschlafposition. Tatsächlich fällt das am Anfang schwer, ist aber für die Gesundheit sehr positiv. Die Umgewöhnung dauert nur wenige Wochen und bei manchen Personen sogar nur wenige Tage. Einfach mal ausprobieren.

Quellen

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